Knapp 16 Uhr, ich skype gerade mit meiner Mutter. Eigentlich wollten Katja, Elvira und ich schon zum Sport, aber manchmal dauert es eben länger. Die beiden gehen also schon vor und ich mache mich in Ruhe fertig.
Fertig umgezogen, den Hausschlüssel und Studentenausweis eingepackt geht es vor die Tür. Noch eben abgeschlossen, nun kann es ab zur Rec, unserem Fitnesscenter gehen. Aber eigentlich... hmm, soll ich endlich? Ich wollte ja schon länger... Jetzt wirklich? Jetzt aber wirklich!
Also, die Tür wieder aufgeschlossen und umgezogen.
Worum es geht? Ich habe endlich meinen inneren Schweinehund überwunden und wieder angefangen draußen zu laufen!
Eigentlich ist meine Perspektive ja bislang immer eher diese:
Drei Mal die Woche mache ich mich auf, suche mir mein liebstes Laufband und schaue mir eine Serie an. Mittlerweile gehe ich teilweise schon so los, dass ich NCIS oder Castle gucken kann ;-) Dort trotte ich dann so vor mich hin und lasse mich berieseln.
Draußen zu laufen ist aber doch etwas anderes, deshalb habe ich mir jetzt, wo es nicht mehr so warm ist vorgenommen wieder draußen zu laufen.
Nicht so warm heißt aber irgendwie auch kalt... Und bei diesen eiskalten, EISkalten 17° C habe ich mich dann also aufgemacht.
Direkt hier an der Uni geht ein Wanderweg los, der USI-Burdette Park Trail. 3 Meilen, also 4,83 Kilometer ist er lang.
Ich laufe in Richtung Wanderweg los, Sonnenstrahlen brechen durch die Blätter. Die Bäume erstrahlen in leuchtensten Farben: rot, gelb, orange und grün.
Nichts kann mich aufhalten (außer ein paar besonders hübscher Bäume). Dem asphaltierten Pfad folgend laufe ich weiter und weiter und folge dem Gefälle.
Gefälle. Da war ja was.
Nach 2.5 Meilen, also knapp vier Kilometern dachte ich langsam ans Umdrehen. Vier Kilometer bergab heißt leider auch vier Kilometer bergauf. Wer hat diesen Weg nur angelegt?!
Also drehe ich um. Blätter rieseln im Sonnenschein von den Bäumen, während ich grazil dahintänzele (oder trampele). Ein laues Lüftchen kommt auf (verdammt, Gegenwind!), Sonnenstrahlen blitzen zwischen den bunten Bäumen auf (toll, und blenden mich.).
Ruhe umgibt mich, nur unterbrochen von meinen ruhigen Atemzügen (naja, ich pfeife aus dem letzten Loch). Entspannt folge ich dem Wanderweg (kraxele ich den Berg hoch).
Die Fussballfelder sind in Sicht! Endlich! Nun geht es zum Glück auch nicht mehr bergan und schon bald kann ich die Uni wieder sehen.
Noch einmal quer über den Parkplatz und die letzte Steigung genommen - ich bin wieder in meinem Apartment.
Trotz meines Nörgelns hat es mir unglaublich viel Spaß gemacht. Die Zeit ist zwar mehr als unterirdisch, aber auch daran kann man arbeiten.
Draußen zu laufen ist einfach etwas anderes als in der Halle und nach der vielen frischen Luft komme ich zurück und bin glücklich, erschöpft und erfrischt. Sonntag geht es wieder los - hoffentlich auch wieder bei strahlendstem Sonnenschein.
Wenn das so ist, ja, dann hänge ich auch noch die letzte Meile des Weges dran!







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