Dienstag, 26. November 2013

Indianapolis Part II

Nun geht es also weiter! Ich bin tatsächlich ein bisschen hinterher, unser Trip nach Indianapolis ist nun schon eine Woche her. Wäre ich nur faul gewesen, wäre das schön, tatsächlich stecke ich allerdings gerade bis zum Hals in Arbeit: Tests, Projekte, Online-Quizzes, Assignments, Präsentation - und sie alle wollen bis morgen fertig sein. 
Aber wie heißt es so schön? Wenn Dir das Wasser bis zum Hals steht, sollst Du den Kopf nicht hängen lassen! Oder so ähnlich. Tatsächlich denke ich eher an eine leicht abgewandelte Version dieses Spruches, aber ihr wisst schon, was ich meine, nicht? ;-)

Indinapolis also! Wir haben uns am Freitag auf den Weg gemacht. Freitags habe ich ja frei, also konnte ich vormittags noch ein bisschen was schaffen, bis dann Tigui und Elvira aus der Uni kamen. Jeremy hat uns zum Flughafen gefahren, wo wir dann unser Mietauto abgeholt haben. Gegen drei Uhr waren wir auf dem Weg - Indy, wir kommen!
Tiguis Fahrstil war - nennen wir es gewöhnungsbedürftig - und auch die Strecke, die sie herausgesucht hatte, war etwas merkwürdig. Der kürzeste Weg ist halt nicht immer der Beste, aber so fuhren wir von einem kleinem Dorf zu noch kleineren Dörfern. Nach drei Stunden Fahrt kamen wir gegen 19 Uhr an. Ja, richtig, wir sind drei Stunden gefahren, kamen aber vier Stunden später an. Das liegt daran, dass kurz hinter Evansville bereits eine andere Zeitzone beginnt.
In Indy haben wir bei Tiguis Familie übernachten können. Lange waren wir nicht dort, wir haben uns bald fertig gemacht und sind zu Broad Ripple Ave gefahren, einer Straße mit vielen kleinen Bars und Clubs. Dort haben wir in einer Shisha-Bar ziemlich lecker gegessen, bevor es dann tanzen ging. 
Katja, Elvira, Tigui, ich und eine Freundin von Tigui

Einige von Tiguis Freunden sind noch dazu gekommen und wir haben die ganze Nacht getanzt. Die ganze Nacht? NEIN... Nämlich bis drei Uhr. Dann geht das Licht an und man wird mehr oder weniger freundlich gebeten doch endlich zu gehen. Frustrierend. 

Samstag haben wir lange geschlafen, wobei naja, in Evansville wäre es zehn Uhr gewesen. Gut, nun ging es auf Indianapolis zu erkunden. Ein kurzer Stop bei Starbucks (wer mich ohne morgendlichen Kaffee kennt weiß, wie nötig der war) und als erstes stand das Indianapolis Museum of Art, das Kunstmuseum, auf dem Plan. Der Eintritt war frei und so sind wir ein wenig durch das Museum gestreift, haben uns europäische, afrikanische, christliche und moderne Kunst angesehen. 
Stundenlange Diskussionen über die Farb-Komposition und die Intention des Künstlers - oder so ähnlich... :-)

Katja, Elvira Tigui und ich





Nach dem Museumsbesuch sind wir nach Downtown Indianapolis gefahren und ins Circle Center, ein Einkaufszentrum, gegangen. Nachdem wir ein wenig bummeln waren und Elvira und Katja wiedergefunden hatten, habe ich mir dann eine frische warme cinnamon roll, eine Zimtrolle, bei cinnabon gegönnt. Die sind großartig! Meine Beziehung zu cinnamon rolls ist ungefähr die gleiche, wie zu Franzbrötchen (den Link anklicken, wer kein Hamburger ist ;-) ) oder Fischbrötchen: eigentlich mag ich sie nicht, aber einmal im Jahr muss ich sie haben und wenn ich es dann halb gegessen habe, war es auch schon wieder gut damit.
Keine Ausnahme von der Regel, so war es auch dieses Mal wieder =) 
Nach unserem Einkaufszentrums-Bummel kam wieder etwas Kultur und wir sind zum Monument-Circle gefahren. Dort ist das Soldiers and Sailors Monument, das tatsächlich von einem deutschen entworfen worden ist. Schnell ein paar Fotos gemacht, dann ging es auch schon weiter, uns war nämlich nicht so ganz klar, ob wir im Halteverbot standen. 
Hier von meinem ersten Besuch in Indy...

...hier mit dem Wetter bei diesem Besuch.


Nun ging es zum Abendessen nach Fisher in das restaurant "The Journey". Dort gab es ein riesiges Buffet mit chinesischen und japanischen Gerichten. Ich bin an dem Abend bei Sushi geblieben, das war schon sehr lecker. Zum Nachtisch gab es Früchte am Schoko-Brunnen und wir nach dem Essen fühlten wir uns alle ku-gel-rund.

Zurück in Tiguis Haus haben wir uns erst ein wenig ausgeruht. Nachdem wir so gut gegessen hatten, war das aber auch wirklich nötig.
In dieser Nacht sollte es nach Downtown-Indy gehen und ich hab vorgeschlagen zu fahren. Es hat geschüttet ohne Ende...
Überall stand das Wasser, Gullis liefen über. Schlimmer konnte es nicht werden. Nachdem wir an einigen Parkplätzen vorbei gefahren waren hatten wir Glück und haben direkt unter einer Brücke ein Parkhaus gefunden. Was noch besser war? Der Club in den wir wollten war auch darunter. 
Wir stürzten uns also ins Nachtleben und haben den Abend alle sehr genossen. 
Trotz allem ging pünktlich um viertel vor drei das Licht an und der Abend war beendet. Aber auch immer, wenn es am schönsten ist!
Uns konnte natürlich nichts aufhalten, also fuhren wir noch zu einer After-Party. Der Regen war schon weniger geworden, also ab durch die kleine Pfütze auf der Zufahrt und af den Highway. 
Pfütze. Pfütze?! 
Die war nun doch etwas tiefer als gedacht und schon standen wir fast einen halben Meter im Wasser. Nach meinem anfänglichen Impuls zu bremsen habe ich dann glücklicherweise doch die Flucht nach vorn angetreten und bin durchgefahren. Erschrocken habe ich mich aber doch einigermaßen...
Es ging weiter und kurz vor unserem Ziel standen dann knapp 100 Meter der Straße unter Wasser. Das mit dem Kanalisationen bauen haben die hier tatsächlich wohl eher weniger drauf. Aber nachdem das Auto vor mir es geschafft hatte - Anlauf nehmen und durch! 
Tatsächlich kam ich bei durchgedrücktem Gaspedal auf nicht mehr als 25 km/h, aber wir waren durch! Ein kurzer Check: die Karre läuft, die Füße sind noch trocken - weiter ging es. 
Die After-Party war mehr ein Sit-In, aber wir haben noch lecker gegessen und uns gegen kurz vor fünf auf den Weg gemacht. 
Wie versprochen habe ich dann alle pünktlich um halb neun aus dem Bett gejagt, denn wir hatten ein straffes Programm: Sightseeing, Shopping und zurück nach Evansville. 
Auch Sonntag bin ich gefahren, verkatert sein war ja nicht so mein Problem (ich war den Tag vorher gefahren und im Gegensatz zu den Amis halte ich doch recht viel davon nüchtern Auto zu fahren). Zuerst ging es mit einem Zwischenstop bei Meckes in die Innenstadt von Indy.

Da ist mir dann tatsächlich noch etwas ziemlich blödes passiert... Das Navi sagte: "bitte rechts abbiegen", die Straße war da, Katharina biegt ab.

Hmm. Sieht irgendwie komisch aus. Kein Auto auf der Straße. Und die parken auch alle in meine Richtung. UND WARUM KOMMEN DA DREI AUTOS AUF MICH ZU?!?
Richtig, da bin ich doch tatsächlich verkehrt in die Einbahnstraße gefahren. Habe das mit einem eleganten Schlenker gelöst und mich in die richtige Richtung orientiert. 
Soviel man in Deutschland auch über den Schilderwald meckert, ich mag unsere Schilder wesentlich lieber. Während man zu Hause ein Schild und dessen Bedeutung mit einem Blick erfassen kann, muss man hier erst einen halben Roman lesen... Ist ja zum Glück gut gegangen und so haben wir uns dann bald das Indiana Statehouse angeguckt. Zwar nur von außen, aber immerhin. Tigui hat im Auto geschlafen, wir haben unsere kleine Tour genossen. 


Die Dinger sehen aber auch irgendwie in jedem Bundesstaat gleich aus - egal ob in Tennessee, Texas oder Indiana..-

Unser straffer Zeitplan hatte nur eine halbe Stunde Aufenthalt vorgesehen und so machten wir uns recht bald auf den Weg zur Outlet-Mall nach Edinburgh. Auch dieses Mal wollte Tigui im Auto bleiben, aber wir ließen uns davon nicht beirren - es ging shoppen!
Nach drei Stunden, war ich um ein paar Kleidungsstücke reicher, um einges ärmer und meine Füße... meine Füße!
Gerade, als es wieder zu regnen anfing (wie viel Wasser kann denn bitte noch vom Himmel fallen?!) machten wir uns auf den Rückweg. 
Es regnete kontinuierlich... es wurde immer schlimmer... der Himmel sah eher nach Weltuntergang aus und es war windig ohne Ende. Aber egal - man muss ja wieder zurück!

Später haben wir dann festgestellt, dass es einen Tornado-Warnung für unsere Strecke gegeben hat. Da waren wir wohl auch recht Dicht dran.
Nach knapp zwei Stunden kam der Regen dann zu seinem Höhepunkt. Ich hätte die Scheibenwischer wohl genauso gut ausschalten können - einen Unterschied hätte es nicht gemacht. Wir sind eine Weile im Schneckentempo vor uns hin getuckert, bis ich wieder genug sehen könnte. 
Kurze Zeit später brach der Himmel auf, die Sonne strahlte, Schäfchenwolken standen am Himmel. Ich fühlte mich veräppelt...
Tatsächlich sah die Gewitterfront wie abgeschnitten aus. Wir ließen die pechschwarze Masse also hinter uns und fuhren ins gute Wetter zurück. 
  

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