Gestern waren wir bei Ali's Familie Kürbis schnitzen eingeladen. Sie haben ein wunderschönes Haus im Osten von Evansville. Kürbis schnitzen ist bei den Husks ein Familien-Event. Jede Menge Verwandtschaft war da - und wir Internationalen.
Jeder hat etwas zu essen mitgebracht und so gab es Cracker und Gemüse mit Dips, Suppe Pott Pie und und und. Zu Pott Pie: Es ist ungefähr wie Hühner-Frikassee, nur dass es in Teig gefüllt und gebacken wird.
Sieht merkwürdig aus, schmeckt aber sehr lecker. Als ich es das erste Mal gegessen habe, habe ich gleich aufgeschrieben, was alles hinein gehört, damit ich dann zu Hause versuchen kann es nach zu kochen =)
Ich habe auch etwas leckeres mitgebracht, nämlich Apfelkuchen. Ich backe ja sehr gerne, aber so ganz ohne Waage war das dann doch eine Herausforderung. Zum Glück ist er trotz widriger Umstände etwas geworden.
Danke nochmal an meine Mutter, Dein Kuchen kam auch hier gut an!
Bei den Husks haben wir also erstmal in Ruhe geschlemmt und natürlich habe ich alles probiert. Wieder einmal durfte ich feststellen, dass viele Leute doch eine andere Vorstellung von " nicht so scharf" haben, wie ich... Puh!
Nach den Schlemmereien ging es nach draußen, wo wir dann feststellten, welche Dimensionen das Kürbis schnitzen annehmen sollte. Elektrische Kürbisschneider. Kürbisauskratzer. Massenhaft Schablonen mit diversen Motiven.
Eigentlich hätte ich mir das ja denken können, so verückt, wie die Amerikaner nach Halloween sind...
Ich war überfordert. Nur ein bisschen. Also - total.
Künstlerisches Talent liegt mir ja seit jeher in der Wiege. Wer schon für einen Smiley ausgelacht wird, kriegt doch eine Horror-Fratze locker hin.
Und nun? Ohje...
Gewappnet mit Büchern voll von Vorlagen ging es los: den Deckel abschneiden und aushöhlen. Vom Kürbisfleisch habe ich einiges aufbewahrt und werde mich noch an einer Kürbissuppe versuchen. Eigentlich ist das tatsächlich immer das gewesen, worauf ich mich zu Hause beim Kürbis schnitzen am meisten gefreut habe: Mutters Kürbisbrot und Kürbissuppe. Habt ihr die jemals mit einigen Tropfen Walnussöl und Sahne probiert? Ein Traum!
Zurück zum Thema: als Motiv habe ich mir eine Hexe auf einem Besen ausgesucht und diese dann auf meinem Kürbis festgesteckt. Der war übrigens ein Schnapper - $1,99 bei ALDI! ;-)
Nun musste ich die Umrisse nachstechen und damit das Motiv auf den Kürbis
übertragen.
Ich muss zugeben, dass ich bereits jetzt schon völlig begeistert war. Allein mit den Umrissen auf dem Kürbis ließ sich doch schon ahnen, dass mein Kürbis - mein Kürbis! - später so aussehen würde, wie auf dem Bild.
Beim Schnitzen hatten wir jede Menge Spaß. Wir saßen unter dem Carport, es lief Musik, im Außenkamin (!) brannte ein Feuer und der Fernseher lief. Großartig. Ich fühlte mich so richtig ... amerikanisch!
Später haben wir auch noch ein Gruppenbild von uns und unseren Kürbissen gemacht!
Der Kürbis steht nun vor meiner Tür - ich bin gewappnet. Fehlt nur noch ein Kostüm und mein erstes richtig amerikanisches Halloween kann kommen!


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