Mittwoch, 27. November 2013

Millionen kleiner Lichter und meine erste Geburtstags-Party im November

Auch wenn es sich so anhört, ich reise nicht nur. Ab und zu bin ich tatsächlich auch mal hier in Evansville, wenn ich zum Beispiel meinen Geburtstag feiere - im November.

Tatsächlich war es nicht nur meine Party, sondern eine für alle aus meinem Apartment-Komplex, die in diesem Semester Geburtstag hatten. Meine Mitbewohnerin Megan ist ja Resident Assistant und ihre Aufgabe ist es uns während des Semesters mit Events zu belustigen. Das klappt eher schlecht als recht, aber sie hat jetzt raus, dass mehr Leute kommen, wenn sie kostenloses Essen in Aussicht stellt. Dinge auf die Amerikaner nämlich total stehen sind kostenlose T-Shirts, kostenloses Essen (so schäbig es auch sein mag) und sich irgendwo anstellen. 
So saßen wir dann also in unserem Wohnzimmer haben Torte gegessen und "Pin the tail on the donkey", ein Kinder-Party-Spiel, gespielt. Es war ein bisschen lächerlich und bald herrschte dann auch die peinliche Stille, die ich erwartet hatte, vor allem da sich Megan auf meinen Vorschlag Musik anzumachen als beratungsresistent herausstellte.



Ich wüde gern sagen:" Immerhin war der Kuchen lecker!", aber das mit den Kuchen ist hier auch so eine Sache. Sie sind nicht mit Sahne gemacht (Man nennt das Sahne-ähnlich-aussehende "Icing") und schmecken einfach nur süß. Abartig süß. Frustrierend ist, dass wenn man sich durch die süße Schicht gekämpft hat nicht einmal ein leckerer Kuchen wartet. Es ist einfach nur schlichter, kein Stück raffinierter Rührkuchen, den man mit einer deutschen Fertigpackung besser hinbekommt... Amerikanische Kuchen bestätigen eindeutig das Vorurteil "außen hui - innen pfui!" 

Manch einer würde in so einer Situation verzweifeln. Doch die Rettung war schon am Tag zuvor eingetroffen. Nachdem meine Mama mich schon seit einer Woche immer mit der Frage: "Und, hast Du schon mal wieder in den Briefkasten geguckt?!" den gaaaanzen weiten Weg zum Briefkasten gejagt hatte (250 Meter - ich werde so amerikanisch! :-D ), war ich also auch an diesem Tag schon dort gewesen. Nun hatte ich aber eine Postkarte erwartet und nur in unser kleines Fach geschaut. Kaum zurück sprang mich auch schon die Email an, die mir sagte, dass ein Pakte auf mich wartete - an der Information...
Also, den gaaaaanzen weiten Weg wieder zurück. Und was erwartete mich? Ein riesieger Karton - mit Dschungelbuch-Print!
Oh Mutter... oh Mutter! 


Wie großartig ist das denn bitte?!
Kaum zurück habe ich mich dann in meinem Zimmer ans Auspacken gemacht und das unter dem Gelächter von Katja, Elvira und Daniel (wir haben gerade geskyped). 
Ja, wenn ich mich freue, kuschele ich auch schon einmal mit einem Marzipan-Stollen.
Die Ausbeute war gut, die Adventszeit ist gesichert. An dieser Stelle ein riesengroßes Dankeschön an meine Mama! 
Ich habe einen Adventskalender, einen Marzipanstollen - Marzipanstollen!! - Dominosteine, Spekulatius, ein Marzipanbrot, Marzipankartoffeln, Mon Cherie (der Kenner weiß natürlich, dass man die erst isst, nachdem sie im Eisfach waren), Weihnachtsschokolade, einen Weihnachtsmann und ein Ü-Ei bekommen. Mir wurde bereits von verschiedener Seite Hilfe angeboten, ich werde allerdings erst gründlich überlegen, ob ich die annehme...



Gestern schließlich war hier auf dem Campus das erste weihnachtliche Event: Lighting a Tradition. Ali und ich hatten uns gemeinsam auf den Weg gemacht und passend zum weihnachtlichen Thema war es unfassbar kalt. Es hatte sogar schon ein paar Flocken geschneit. Genau das Richtige für meine Erkältung (mit meiner Nase mache ich zur Zeit Rudolph ernsthafte Konkurrenz!)...


Bei diesem Event trifft man sich also auf dem Campus und am Anfang werden Weihnachtslieder gesungen. Recht schnell passierte, was zu erwarten war - Jingle Bells wurde im Kanon gesungen, untermalt vom Gescheppere von ungefähr 100 Glöckchen. Nach zwei weiteren Liedern kam dann der Countdown und schließlich wurden die Lichter auf dem Campus angeschaltet.


Nun sollten noch drei weitere Lieder folgen, doch die Amis taten gleich, was sie am liebsten tuen: sich anstellen. Als ich das bemerkte, war die Schlange vor dem heißen Kakao und den Keksen schon fünfzehn Meter lang. Schnell angestellt, man passt sich ja so langsam an. Was die Amis aber tatsächlich verstanden haben ist, dass man die Leute mit kostenlosem Essen zu nahezu jedem Event locken kann. Die Kekse waren aber auch gut (nehmt die mit Smarties, das sind die Besten!).

Über das Event habe ich auch einen Beitrag in einem anderen Blog verfasst. Den Blog University Ties schreiben wir als Teil meines Kurses "Writing in PR" (ähnlich wie "journalistisches Schreiben" nur besser:-D). Meine Komilitonen und ich posten dort täglich über alles mögliche, meist aber mit Bezug zur Uni. Nächsten Mittwoch gibt es dann meinen zweiten Beitrag. Wenn ihr mögt, schaut dort gerne mal rein!

Dienstag, 26. November 2013

Indianapolis Part II

Nun geht es also weiter! Ich bin tatsächlich ein bisschen hinterher, unser Trip nach Indianapolis ist nun schon eine Woche her. Wäre ich nur faul gewesen, wäre das schön, tatsächlich stecke ich allerdings gerade bis zum Hals in Arbeit: Tests, Projekte, Online-Quizzes, Assignments, Präsentation - und sie alle wollen bis morgen fertig sein. 
Aber wie heißt es so schön? Wenn Dir das Wasser bis zum Hals steht, sollst Du den Kopf nicht hängen lassen! Oder so ähnlich. Tatsächlich denke ich eher an eine leicht abgewandelte Version dieses Spruches, aber ihr wisst schon, was ich meine, nicht? ;-)

Indinapolis also! Wir haben uns am Freitag auf den Weg gemacht. Freitags habe ich ja frei, also konnte ich vormittags noch ein bisschen was schaffen, bis dann Tigui und Elvira aus der Uni kamen. Jeremy hat uns zum Flughafen gefahren, wo wir dann unser Mietauto abgeholt haben. Gegen drei Uhr waren wir auf dem Weg - Indy, wir kommen!
Tiguis Fahrstil war - nennen wir es gewöhnungsbedürftig - und auch die Strecke, die sie herausgesucht hatte, war etwas merkwürdig. Der kürzeste Weg ist halt nicht immer der Beste, aber so fuhren wir von einem kleinem Dorf zu noch kleineren Dörfern. Nach drei Stunden Fahrt kamen wir gegen 19 Uhr an. Ja, richtig, wir sind drei Stunden gefahren, kamen aber vier Stunden später an. Das liegt daran, dass kurz hinter Evansville bereits eine andere Zeitzone beginnt.
In Indy haben wir bei Tiguis Familie übernachten können. Lange waren wir nicht dort, wir haben uns bald fertig gemacht und sind zu Broad Ripple Ave gefahren, einer Straße mit vielen kleinen Bars und Clubs. Dort haben wir in einer Shisha-Bar ziemlich lecker gegessen, bevor es dann tanzen ging. 
Katja, Elvira, Tigui, ich und eine Freundin von Tigui

Einige von Tiguis Freunden sind noch dazu gekommen und wir haben die ganze Nacht getanzt. Die ganze Nacht? NEIN... Nämlich bis drei Uhr. Dann geht das Licht an und man wird mehr oder weniger freundlich gebeten doch endlich zu gehen. Frustrierend. 

Samstag haben wir lange geschlafen, wobei naja, in Evansville wäre es zehn Uhr gewesen. Gut, nun ging es auf Indianapolis zu erkunden. Ein kurzer Stop bei Starbucks (wer mich ohne morgendlichen Kaffee kennt weiß, wie nötig der war) und als erstes stand das Indianapolis Museum of Art, das Kunstmuseum, auf dem Plan. Der Eintritt war frei und so sind wir ein wenig durch das Museum gestreift, haben uns europäische, afrikanische, christliche und moderne Kunst angesehen. 
Stundenlange Diskussionen über die Farb-Komposition und die Intention des Künstlers - oder so ähnlich... :-)

Katja, Elvira Tigui und ich





Nach dem Museumsbesuch sind wir nach Downtown Indianapolis gefahren und ins Circle Center, ein Einkaufszentrum, gegangen. Nachdem wir ein wenig bummeln waren und Elvira und Katja wiedergefunden hatten, habe ich mir dann eine frische warme cinnamon roll, eine Zimtrolle, bei cinnabon gegönnt. Die sind großartig! Meine Beziehung zu cinnamon rolls ist ungefähr die gleiche, wie zu Franzbrötchen (den Link anklicken, wer kein Hamburger ist ;-) ) oder Fischbrötchen: eigentlich mag ich sie nicht, aber einmal im Jahr muss ich sie haben und wenn ich es dann halb gegessen habe, war es auch schon wieder gut damit.
Keine Ausnahme von der Regel, so war es auch dieses Mal wieder =) 
Nach unserem Einkaufszentrums-Bummel kam wieder etwas Kultur und wir sind zum Monument-Circle gefahren. Dort ist das Soldiers and Sailors Monument, das tatsächlich von einem deutschen entworfen worden ist. Schnell ein paar Fotos gemacht, dann ging es auch schon weiter, uns war nämlich nicht so ganz klar, ob wir im Halteverbot standen. 
Hier von meinem ersten Besuch in Indy...

...hier mit dem Wetter bei diesem Besuch.


Nun ging es zum Abendessen nach Fisher in das restaurant "The Journey". Dort gab es ein riesiges Buffet mit chinesischen und japanischen Gerichten. Ich bin an dem Abend bei Sushi geblieben, das war schon sehr lecker. Zum Nachtisch gab es Früchte am Schoko-Brunnen und wir nach dem Essen fühlten wir uns alle ku-gel-rund.

Zurück in Tiguis Haus haben wir uns erst ein wenig ausgeruht. Nachdem wir so gut gegessen hatten, war das aber auch wirklich nötig.
In dieser Nacht sollte es nach Downtown-Indy gehen und ich hab vorgeschlagen zu fahren. Es hat geschüttet ohne Ende...
Überall stand das Wasser, Gullis liefen über. Schlimmer konnte es nicht werden. Nachdem wir an einigen Parkplätzen vorbei gefahren waren hatten wir Glück und haben direkt unter einer Brücke ein Parkhaus gefunden. Was noch besser war? Der Club in den wir wollten war auch darunter. 
Wir stürzten uns also ins Nachtleben und haben den Abend alle sehr genossen. 
Trotz allem ging pünktlich um viertel vor drei das Licht an und der Abend war beendet. Aber auch immer, wenn es am schönsten ist!
Uns konnte natürlich nichts aufhalten, also fuhren wir noch zu einer After-Party. Der Regen war schon weniger geworden, also ab durch die kleine Pfütze auf der Zufahrt und af den Highway. 
Pfütze. Pfütze?! 
Die war nun doch etwas tiefer als gedacht und schon standen wir fast einen halben Meter im Wasser. Nach meinem anfänglichen Impuls zu bremsen habe ich dann glücklicherweise doch die Flucht nach vorn angetreten und bin durchgefahren. Erschrocken habe ich mich aber doch einigermaßen...
Es ging weiter und kurz vor unserem Ziel standen dann knapp 100 Meter der Straße unter Wasser. Das mit dem Kanalisationen bauen haben die hier tatsächlich wohl eher weniger drauf. Aber nachdem das Auto vor mir es geschafft hatte - Anlauf nehmen und durch! 
Tatsächlich kam ich bei durchgedrücktem Gaspedal auf nicht mehr als 25 km/h, aber wir waren durch! Ein kurzer Check: die Karre läuft, die Füße sind noch trocken - weiter ging es. 
Die After-Party war mehr ein Sit-In, aber wir haben noch lecker gegessen und uns gegen kurz vor fünf auf den Weg gemacht. 
Wie versprochen habe ich dann alle pünktlich um halb neun aus dem Bett gejagt, denn wir hatten ein straffes Programm: Sightseeing, Shopping und zurück nach Evansville. 
Auch Sonntag bin ich gefahren, verkatert sein war ja nicht so mein Problem (ich war den Tag vorher gefahren und im Gegensatz zu den Amis halte ich doch recht viel davon nüchtern Auto zu fahren). Zuerst ging es mit einem Zwischenstop bei Meckes in die Innenstadt von Indy.

Da ist mir dann tatsächlich noch etwas ziemlich blödes passiert... Das Navi sagte: "bitte rechts abbiegen", die Straße war da, Katharina biegt ab.

Hmm. Sieht irgendwie komisch aus. Kein Auto auf der Straße. Und die parken auch alle in meine Richtung. UND WARUM KOMMEN DA DREI AUTOS AUF MICH ZU?!?
Richtig, da bin ich doch tatsächlich verkehrt in die Einbahnstraße gefahren. Habe das mit einem eleganten Schlenker gelöst und mich in die richtige Richtung orientiert. 
Soviel man in Deutschland auch über den Schilderwald meckert, ich mag unsere Schilder wesentlich lieber. Während man zu Hause ein Schild und dessen Bedeutung mit einem Blick erfassen kann, muss man hier erst einen halben Roman lesen... Ist ja zum Glück gut gegangen und so haben wir uns dann bald das Indiana Statehouse angeguckt. Zwar nur von außen, aber immerhin. Tigui hat im Auto geschlafen, wir haben unsere kleine Tour genossen. 


Die Dinger sehen aber auch irgendwie in jedem Bundesstaat gleich aus - egal ob in Tennessee, Texas oder Indiana..-

Unser straffer Zeitplan hatte nur eine halbe Stunde Aufenthalt vorgesehen und so machten wir uns recht bald auf den Weg zur Outlet-Mall nach Edinburgh. Auch dieses Mal wollte Tigui im Auto bleiben, aber wir ließen uns davon nicht beirren - es ging shoppen!
Nach drei Stunden, war ich um ein paar Kleidungsstücke reicher, um einges ärmer und meine Füße... meine Füße!
Gerade, als es wieder zu regnen anfing (wie viel Wasser kann denn bitte noch vom Himmel fallen?!) machten wir uns auf den Rückweg. 
Es regnete kontinuierlich... es wurde immer schlimmer... der Himmel sah eher nach Weltuntergang aus und es war windig ohne Ende. Aber egal - man muss ja wieder zurück!

Später haben wir dann festgestellt, dass es einen Tornado-Warnung für unsere Strecke gegeben hat. Da waren wir wohl auch recht Dicht dran.
Nach knapp zwei Stunden kam der Regen dann zu seinem Höhepunkt. Ich hätte die Scheibenwischer wohl genauso gut ausschalten können - einen Unterschied hätte es nicht gemacht. Wir sind eine Weile im Schneckentempo vor uns hin getuckert, bis ich wieder genug sehen könnte. 
Kurze Zeit später brach der Himmel auf, die Sonne strahlte, Schäfchenwolken standen am Himmel. Ich fühlte mich veräppelt...
Tatsächlich sah die Gewitterfront wie abgeschnitten aus. Wir ließen die pechschwarze Masse also hinter uns und fuhren ins gute Wetter zurück. 
  

Dienstag, 19. November 2013

Indianapolis - Part I - und das Ende meiner Kampagne

Letzte Woche ist jede Menge passiert. Ich fange einfach mal am Anfang an:

Am Montag morgen bin ich aus Texas zurückgekommen. Dienstag ging es dann auch schon wieder los - Indianapolis, Trip 1.
Warum ich dort war? Ich bin hier Mitglied im PRSSA, der Public Relations Student Society of America. Der PRSSA ist ein pre-professional club, eine Unterorganisation des amerikanischen Berufsverbandes von PRlern. Auf Bundesstaaten-Ebene wurde nun der "Half-day with a pro" organisiert. 
Dienstag sind wir also losgefahren und haben den Tag ausklingen lassen, am Mittwoch fand die Veranstaltung statt. Jeder von uns war einer Organisation (einem Unternehmen, einer Agentur oder einer Nonprofit-Organisation) zugeordnet und wir wurden der Reihe nach abgesetzt. 

Ich sollte den Vormittag bei ExactTarget, einem Unternehmen, das Software für Email-Marketing und Cross-Channel-Marketing vertreibt, verbringen. Ich wurde also in der Innenstadt, direkt am Monument-Circle abgesetzt, fast eine Stunde zu früh. Also habe ich mir den Zeit in einem Coffee Shop vertrieben, der im Übrigen den schlechtesten Kaffee hatte, den ich seit langem hier getrunken habe... Ich muss sagen, als ich das Gebäude betreten habe war ich ... begeistert! Das Unternehmen war um einiges größer, als ich es erwartet hatte und hat neben weiteren Standorten in Amerika auch solche in Brasilien, Kanada, Australien, England, Frankreich uuuund: Deutschland. 

Als erstes habe ich Charlie, den Chef der internen Kommunikation, kennen gelernt. Ich hatte überhaupt keine Vorstellung davon, wie der Tag ablaufen sollte, aber es hat sich als ganz entspannt herausgestellt. Wir haben uns über seine Projekte unterhalten und ich meinte, dass ich es interessant fände, dass sie QR-codes auf ihren Screens verwenden. Über diese Bildschirme laufen aktuelle Informationen zu Veranstaltungen, Fortbildungen oder Mitarbeiter-Vergünstigungen. Dass mir die QR-Codes aufgefallen waren hat ihn ziemlich gefreut, da er, wie er mir daraufhin erzählte, diese erst seit einer Woche verwenden würde. Und zack - hatte ich gleich einen Stein im Brett :-) Ich habe ihn dann noch gebeten mir die Software zu erklären, die sie verkaufen und auch selbst nutzen und sie schien mir von Prinzip her schon recht nützlich zu sein. 

Im Anschluss hatte ich noch die Möglichkeit mit Stephanie, der Managerin für externe Kommunikation, Dawn, der Managerin für alle Social Media-Kanäle und Ivy, Stephanies Assistentin zu sprechen. Sie waren alle sehr offen und haben mir eine Menge über ihre Arbeit, aber auch darüber erzählt, wie sie zur PR gekommen sind. Ich mag ja spannende Lebensläufe und den hatte ein jeder von ihnen.
Der Vormittag ging wie im Flug vorbei, mir schwirrte der Kopf vor lauter Informationen und der Tag hatte sich als besser herausgestellt, als gedacht. Alle waren recht überrascht, als ich mich vorstellte und sagte, dass ich aus Deutschland käme. Tatsächlich haben wir uns auch darüber unterhalten, ob es für "Ausländer" möglich wäre einen Job zum Beispiel in den USA zu bekommen, da es in der PR ja doch auf gute sprachliche Fähigkeiten ankommt. Sie haben mich ermutigt, das Ausland ist also ein Bereich, den ich nicht mehr ganz aus den Augen verlieren will. Es war schon ein ganz schönes Kompliment, dies zu hören und ich habe mich sehr darüber gefreut.
Im Anschluss sind wir dann zu einem Lunch der Mitglieder des Berufsverbandes Indiana eingeladen. Wir haben an gemischten Tischen  gesessen - Zeit zum Netzwerken! Leider ging recht bald das Programm los, sodass wir uns nicht weiter unterhalten konnten. Im Anschluss an die Veranstaltung ging es wieder ab ins Auto und zurück nach Evansville. 

Es war Mittwoch abend, am Donnerstag um 12 Uhr sollte mein Event starten. Ich muss sagen, dass ich mich in letzter Zeit schon sehr über diese Kampagne geärgert habe. Sinn dahinter ist, dass man am Ende ein Kampagnen-Buch hat, das man als Referenz vorzeigen kann. So, wie es bei mir gelaufen ist, werde ich dieses Buch aber niemandem zeigen können oder wollen, zumindest nicht, wenn es mir Pluspunkte bringen soll. 
Die Zusammenarbeit mit meinem Klienten hat sich am Ende als mehr als schwierig herausgestellt. Dinge wurden umgeschmissen, Absprachen gebrochen - da kann ich am Ende auch nicht zaubern. Ich wollte es einfach nur noch hinter mich bringen.
Wir haben am Sonnerstag also alles aufgebaut, es gab wieder Kekse und Softdrinks und siehe da - die ersten kamen bereits um 11.40 Uhr. Am Ende war es ein voller Erfolg, fast viezig Studenten kamen zu der Informationsveranstaltung, wir verlosten kleine Preise und als Hauptpreis eine $ 200 Gutscheinkarte für American Airlines.

Ich hätte mich gerne mehr über den Erfolg gefreut, aber dem ganzen Ärger bin ich nun froh, dass dieses Projekt vorüber ist. Noch fix den Projektbericht geschrieben (hoffentlich bis zum Wochenende), dann ist das Projekt abgeschlossen. 

Das Gute ist: endlich eine Sache weniger auf meiner Liste ;-)

Montag, 11. November 2013

Reise-Blues und Käsekuchen

Das Wochenende ging viel zu schnell vorbei. Nun bin ich schon seit zwei Stunden wieder in Evansville. Abschiede liegen mir ja von Haus aus nicht, und mittlerweile fliege ich schon beinahe so gerne, wie ich Bahn fahre...

Aber vorbei mit dem Trübsal, ich habe euch etwas mitgebracht: richtig amerikanischen Käsekuchen!

Für alle die gerne New-York-Cheesecake essen nun also das wochenenderprobte Rezept auf die deutsche Backfee/Backelf umgemünzt:

1) Als Basis dient ein Keks-Krümel-Boden. Dafür nehmt ihr ungefähr eine Packung Butterkekse und zerkrümelt diese. Mischt die Kekskrümel mit 80-100g zerlassener Butter (je nachdem, wie viele Kekse ihr nehmt/wie viel Boden ihr mögt) und drückt die Masse auf dem Boden einer Springform fest. Diese kommt nun in den Kühlschrank, bis ihr sie wieder braucht.

2) Schlagt nun 650g zimmerwarmen Frischkäse mit 200g Zucker, einem Päckchen Vanillezucker und ein paar Spritzern Zitronensaft auf. Gebt 200g saure Sahne (alternativ dazu Schmand, wer keine saure Sahne mag) dazu und rührt den Teig glatt. Gebt nacheinander drei Eier hinzu.

3) Nun holt ihr die Springform aus dem Kühlschrank und füllt den Teig in die Form. Ab damit in den Ofen, den ihr natürlich schon auf 180° C (Umluft ca.165°C) vorgeheizt habt :-)


4) Backt das gute Stück für eine Stunde  und schaltet dann den Ofen einfach ab, öffnet die Tür ein wenig und lasst den Kuchen langsam abkühlen. Wenn er Zimmertemperatur hat stellt ihr ihn für 3-4 Stunden in den Kühlschrank und lasst ihn gut durchkühlen.


Jetzt habt ihr die Qual der Wahl: was soll es dazu geben? Ich finde Sahne etwas unpassend, aber das mag daran liegen, dass ich das Rezept kenne ;-) Was wirklich lecker ist, sind Erdbeeren oder ein bisschen Schokoladensauce, aber auch Fruchtsoßen mit Kirschen oder Heidelbeeren kann ich mir gut vorstellen. Winterlich wird er mit Apfel-Zimt-Kompott :-)

Auch wenn ich dieses Rezept großartig finde (an dieser Stelle danke dafür an Herrn Kraft) und begeistert davon bin, dass man hier den Krümelboden fertig im Supermarkt kaufen kann (!), freue ich mich doch auf einen richtigen deutschen Käsekuchen mit Quark - den gibt es hier in Amerika nämlich nicht.

Euch ansonsten gutes Gelingen!

 

Freitag, 8. November 2013

Von Tageshighlights und freiem Fall

Gerade bin ich mal wieder in der Welt unterwegs. Wie sollte es auch anders sein? ;-) Heute schreibe ich euch aus Texas. Ich besuche nämlich gerade Daniel.
Gestern Abend bin ich also mit dem Flieger von Evansville, Indiana, über Dallas nach Wichita Falls, Texas, geflogen.
Beim ersten Mal hat es mich noch selbst überrascht, mittlerweile kann ich mich schon über die Leute lustig machen, die offensichtlich zum ersten Mal nach Wichita Falls fliegen.
Man kann es ihnen auch einfach nicht verübeln: zwar wurde mir gestern gesagt, dass Wichita Falls die viert-größte Landebahn in den Vereinigten Staaten hat, aber das liegt weniger am Linienflugverkehr, als vielmehr an der Airforce Base. 

Daniel habe ich ja bereits zwei Mal gesehen, seitdem ich hier bin. Trotzdem habe ich mich unheimlich gefreut, als wir gebucht haben. Und das, obwohl wir uns ja bald in Chicago schon wieder sehen - davon aber ein anderes Mal.
Das Beste an der ganzen Reise? Wenn die Türen im "Terminal" aufgehen und da steht er dann endlich und wartet auf mich. Alle, die mich in der letzten Woche non-stop grinsend über den Campus wandeln sehen konnten werden erstaunt sein, aber da ging noch mehr :-)

Heute musste Daniel noch arbeiten. Das hieß für ihn schon um fünf Uhr wach zu sein und für mich weiter zu schlafen.

Dann kam mein erstes Tageshighlight: ich habe mit meiner lieben Franzi geskypt. Und das richtig lange! Was habe ich mich gefreut, dass das geklappt hat. Wenn man erstmal weg ist, ja, dann stellt man fest, wie schwierig es wird mit allen Lieben Kontakt zu halten. Ich gebe mir zwar Mühe, aber es ist immer Luft nach oben! Nach mehr als einer Stunde kam fast ein bisschen Heimweh auf und ich freue mich schon ein bisschen auf meine Rückkehr im Dezember. Das ist diese lachendes-und-weinendes-Auge-Geschichte, aber die kennt ihr ja!

Danach musste ich mich leider ein wenig mit meiner Kampagne beschäftigen. Es läuft leider nicht, wie gewünscht, aber wann tut es das schon. Wenn es ein bisschen daneben geht, ist es ja auch meist nicht schlimm, aber tatsächlich befindet sich das ganze eher im freien Fall...

Ich will euch mal nicht mit Details langweilen und wo wir gerade bei freiem Fall sind kommen wir nun zu meinem zweiten Tageshighlight: ich bin im Simulator Jet geflogen!
Natürlich bin ich ein Naturtalent, nichts bringt mich vom Weg ab - Orientierung ist ja sowieso meins - Starts und Landungen kein Problem! 
Fast.

Erstmal haben wir wohl ganz schön Glück gehabt. Normalerweise sollen für solche Dinge nur die einfacheren Simulatoren genutzt werden, aber Daniel bekam einen mit 180° Sicht. Das war schon ganz schön cool! 
Ich durfte also hineinklettern, bekam Kopfhörer auf und die kurz-Einführung in das Cockpit einer T-38. Landeklappen (Flaps) links, das Fahrwerk (Gear) vorne links, in der Mitte das HUD (Headup-Display) und dann gaaaaanz viele süße kleine Anzeigen, die mit Sicherheit alle super wichtig sind und sich so schön im Kreis gedreht haben. 
Nachdem ich also gestartet war kam die Frage:"Was willst Du machen?" Ja, keine Ahnung! Nun folgte also der Crashkurs im Looping, Cuban 8 und aileron rolls fliegen. Kann ich auch alles. Ich sag ja, ich bin ein Naturtalent! Naja, fast.
Und dann, Franzi, habe ich auch noch mein Tagesziel erreicht - wenn auch etwas unfreiwillig.

Landung erster Versuch: Ziel war es auf 3000 Fuß zu sinken, um dann meine Landebahn zu finden und zu landen. Die 3000 habe ich auch nur gaaanz knapp verfehlt und stattdessen den Jet gleich in den Boden gerammt. Game Over. 

Von den special effects hatte ich dann doch etwas mehr erwartet: der Bildschirm wurde einfach nur rot. Habe Daniel aber gesagt, dass ich da jemanden kenne, der damit weiterhelfen könnte, er wird's weiterleiten ;-)

Landung zweiter Versuch: Zack, und schon hatte mich Daniel wieder in die Luft gesetzt und ich habe es gleich noch einmal versucht. Diesmal war ich auch gar nicht so schlecht, auch wenn ich ein bisschen auf der Bahn herum gehüpft bin. Tatsächlich bin ich gar nicht richtig gestoppt, sondern habe einen "Touch and go" gemacht ( siehst Du, Daniel, ich höre wohl zu!) und gleich wieder gestartet. Der Start war dann auch besser.

Landung dritter Versuch: dies war nun die letzte Landung und die war ganz in Ordnung. Top sozusagen! Ergebnis waren zwei geplatze Reifen und ein Parkplatz mitten auf dem Rasen...

Wie ich schon sagte: es gibt immer Luft nach oben!
 

Dienstag, 5. November 2013

2:0 - für Mich!

Ich hatte ja geschrieben, dass ich beim nächsten Mal den USI-Burdette Park-Trail bis zum Ende laufen wollte, richtig? Drei Meilen hin und drei Meilen wieder zurück.

Nun, wie soll ich sagen? Ich habe es getan: gestern bin ich inklusive des Weges vom Apartment zum Trail knapp 10,4 Kilometer gelaufen! Aber ich will mir hier ja nicht selbst auf die Schulter klopfen... (Doch!!)  ;-)

Gestern morgen habe ich mich also auf die Socken gemacht und einfach mal geschaut, wie es kommt. Der Weg gefällt mir schon ziemlich gut, er windet sich (zwar ein bisschen überidyllisch) durch die Landschaft, führt überwiegend durch den Wald und ich musste nur zwei Straßen kreuzen. Schade finde ich allerdings, dass er komplett asphaltiert ist.

Nachdem ich also drei Meilen durch einen traumhaft schönen und leuchtend bunten Wald gelaufen war kam ich im Burdette Park an. Da war es: das drei-Meilen-Schild. 

Ich habe mich mehr als beschwingt auf den Rückweg gemacht aber daran, dass es auf dem Rückweg ausschließlich bergan ging hatte sich leider noch immer nichts geändert...
Wieder zurück an meinem Apartment dann die Ernüchterung: meine App, mit der ich normalerweise Dinge wie Geschwindigkeit und Distanz aufzeichne war einfach abgeschmiert. Abgeschmiert!Ich war schon ganz schön frustriert... Doch mit ein bisschen Hilfe von Herrn Google Maps konnte ich doch noch nachvollziehen, dass ich die 10-Kilometer Marke geknackt haben musste. 

Mehr als zehn Kilometer! :-D

Und das Beste? Ich habe ein Beweisfoto:


 Hier also das Bild vom 3-Meilen-Schild. Und da es kein Rundweg ist, ging es danach den ganzen Weg wieder zurück!



Freitag, 1. November 2013

Von Märchenstunden und Farbfestivals

Knapp 16 Uhr, ich skype gerade mit meiner Mutter. Eigentlich wollten Katja, Elvira und ich schon zum Sport, aber manchmal dauert es eben länger. Die beiden gehen also schon vor und ich mache mich in Ruhe fertig.

Fertig umgezogen, den Hausschlüssel und Studentenausweis eingepackt geht es vor die Tür. Noch eben abgeschlossen, nun kann es ab zur Rec, unserem Fitnesscenter gehen. Aber eigentlich... hmm, soll ich endlich? Ich wollte ja schon länger... Jetzt wirklich? Jetzt aber wirklich!
Also, die Tür wieder aufgeschlossen und umgezogen.

Worum es geht? Ich habe endlich meinen inneren Schweinehund überwunden und wieder angefangen draußen zu laufen!
Eigentlich ist meine Perspektive ja bislang immer eher diese:


Drei Mal die Woche mache ich mich auf, suche mir mein liebstes Laufband und schaue mir eine Serie an. Mittlerweile gehe ich teilweise schon so los, dass ich NCIS oder Castle gucken kann ;-) Dort trotte ich dann so vor mich hin und lasse mich berieseln. 

Draußen zu laufen ist aber doch etwas anderes, deshalb habe ich mir jetzt, wo es nicht mehr so warm ist vorgenommen wieder draußen zu laufen.
Nicht so warm heißt aber irgendwie auch kalt... Und bei diesen eiskalten, EISkalten 17° C habe ich mich dann also aufgemacht. 

Direkt hier an der Uni geht ein Wanderweg los, der USI-Burdette Park Trail. 3 Meilen, also 4,83 Kilometer ist er lang.
Ich laufe in Richtung Wanderweg los, Sonnenstrahlen brechen durch die Blätter. Die Bäume erstrahlen in leuchtensten Farben: rot, gelb, orange und grün.



Nichts kann mich aufhalten (außer ein paar besonders hübscher Bäume). Dem asphaltierten Pfad folgend laufe ich weiter und weiter und folge dem Gefälle.


Gefälle. Da war ja was. 

Nach 2.5 Meilen, also knapp vier Kilometern dachte ich langsam ans Umdrehen. Vier Kilometer bergab heißt leider auch vier Kilometer bergauf. Wer hat diesen Weg nur angelegt?!

Also drehe ich um. Blätter rieseln im Sonnenschein von den Bäumen, während ich grazil dahintänzele (oder trampele). Ein laues Lüftchen kommt auf (verdammt, Gegenwind!), Sonnenstrahlen blitzen zwischen den bunten Bäumen auf (toll, und blenden mich.).

Ruhe umgibt mich, nur unterbrochen von meinen ruhigen Atemzügen (naja, ich pfeife aus dem letzten Loch). Entspannt folge ich dem Wanderweg (kraxele ich den Berg hoch).

Die Fussballfelder sind in Sicht! Endlich! Nun geht es zum Glück auch nicht mehr bergan und schon bald kann ich die Uni wieder sehen. 


Noch einmal quer über den Parkplatz und die letzte Steigung genommen - ich bin wieder in meinem Apartment.

Trotz meines Nörgelns hat es mir unglaublich viel Spaß gemacht. Die Zeit ist zwar mehr als unterirdisch, aber auch daran kann man arbeiten.
Draußen zu laufen ist einfach etwas anderes als in der Halle und nach der vielen frischen Luft komme ich zurück und bin glücklich, erschöpft und erfrischt. Sonntag geht es wieder los - hoffentlich auch wieder bei strahlendstem Sonnenschein. 
Wenn das so ist, ja, dann hänge ich auch noch die letzte Meile des Weges dran!