Tatsächlich war es nicht nur meine Party, sondern eine für alle aus meinem Apartment-Komplex, die in diesem Semester Geburtstag hatten. Meine Mitbewohnerin Megan ist ja Resident Assistant und ihre Aufgabe ist es uns während des Semesters mit Events zu belustigen. Das klappt eher schlecht als recht, aber sie hat jetzt raus, dass mehr Leute kommen, wenn sie kostenloses Essen in Aussicht stellt. Dinge auf die Amerikaner nämlich total stehen sind kostenlose T-Shirts, kostenloses Essen (so schäbig es auch sein mag) und sich irgendwo anstellen.
So saßen wir dann also in unserem Wohnzimmer haben Torte gegessen und "Pin the tail on the donkey", ein Kinder-Party-Spiel, gespielt. Es war ein bisschen lächerlich und bald herrschte dann auch die peinliche Stille, die ich erwartet hatte, vor allem da sich Megan auf meinen Vorschlag Musik anzumachen als beratungsresistent herausstellte.
Ich wüde gern sagen:" Immerhin war der Kuchen lecker!", aber das mit den Kuchen ist hier auch so eine Sache. Sie sind nicht mit Sahne gemacht (Man nennt das Sahne-ähnlich-aussehende "Icing") und schmecken einfach nur süß. Abartig süß. Frustrierend ist, dass wenn man sich durch die süße Schicht gekämpft hat nicht einmal ein leckerer Kuchen wartet. Es ist einfach nur schlichter, kein Stück raffinierter Rührkuchen, den man mit einer deutschen Fertigpackung besser hinbekommt... Amerikanische Kuchen bestätigen eindeutig das Vorurteil "außen hui - innen pfui!"
Manch einer würde in so einer Situation verzweifeln. Doch die Rettung war schon am Tag zuvor eingetroffen. Nachdem meine Mama mich schon seit einer Woche immer mit der Frage: "Und, hast Du schon mal wieder in den Briefkasten geguckt?!" den gaaaanzen weiten Weg zum Briefkasten gejagt hatte (250 Meter - ich werde so amerikanisch! :-D ), war ich also auch an diesem Tag schon dort gewesen. Nun hatte ich aber eine Postkarte erwartet und nur in unser kleines Fach geschaut. Kaum zurück sprang mich auch schon die Email an, die mir sagte, dass ein Pakte auf mich wartete - an der Information...
Also, den gaaaaanzen weiten Weg wieder zurück. Und was erwartete mich? Ein riesieger Karton - mit Dschungelbuch-Print!
Oh Mutter... oh Mutter!
Wie großartig ist das denn bitte?!
Kaum zurück habe ich mich dann in meinem Zimmer ans Auspacken gemacht und das unter dem Gelächter von Katja, Elvira und Daniel (wir haben gerade geskyped).
Ja, wenn ich mich freue, kuschele ich auch schon einmal mit einem Marzipan-Stollen.
Die Ausbeute war gut, die Adventszeit ist gesichert. An dieser Stelle ein riesengroßes Dankeschön an meine Mama!
Ich habe einen Adventskalender, einen Marzipanstollen - Marzipanstollen!! - Dominosteine, Spekulatius, ein Marzipanbrot, Marzipankartoffeln, Mon Cherie (der Kenner weiß natürlich, dass man die erst isst, nachdem sie im Eisfach waren), Weihnachtsschokolade, einen Weihnachtsmann und ein Ü-Ei bekommen. Mir wurde bereits von verschiedener Seite Hilfe angeboten, ich werde allerdings erst gründlich überlegen, ob ich die annehme...
Gestern schließlich war hier auf dem Campus das erste weihnachtliche Event: Lighting a Tradition. Ali und ich hatten uns gemeinsam auf den Weg gemacht und passend zum weihnachtlichen Thema war es unfassbar kalt. Es hatte sogar schon ein paar Flocken geschneit. Genau das Richtige für meine Erkältung (mit meiner Nase mache ich zur Zeit Rudolph ernsthafte Konkurrenz!)...
Bei diesem Event trifft man sich also auf dem Campus und am Anfang werden Weihnachtslieder gesungen. Recht schnell passierte, was zu erwarten war - Jingle Bells wurde im Kanon gesungen, untermalt vom Gescheppere von ungefähr 100 Glöckchen. Nach zwei weiteren Liedern kam dann der Countdown und schließlich wurden die Lichter auf dem Campus angeschaltet.
Nun sollten noch drei weitere Lieder folgen, doch die Amis taten gleich, was sie am liebsten tuen: sich anstellen. Als ich das bemerkte, war die Schlange vor dem heißen Kakao und den Keksen schon fünfzehn Meter lang. Schnell angestellt, man passt sich ja so langsam an. Was die Amis aber tatsächlich verstanden haben ist, dass man die Leute mit kostenlosem Essen zu nahezu jedem Event locken kann. Die Kekse waren aber auch gut (nehmt die mit Smarties, das sind die Besten!).
Über das Event habe ich auch einen Beitrag in einem anderen Blog verfasst. Den Blog University Ties schreiben wir als Teil meines Kurses "Writing in PR" (ähnlich wie "journalistisches Schreiben" nur besser:-D). Meine Komilitonen und ich posten dort täglich über alles mögliche, meist aber mit Bezug zur Uni. Nächsten Mittwoch gibt es dann meinen zweiten Beitrag. Wenn ihr mögt, schaut dort gerne mal rein!












