Dienstag, 3. Dezember 2013

Breaking News: Und wieder etwas von meiner Liste gestrichen

Hier muss vor meinem Bericht über Chicago noch etwas eingeschoben werden. Der Bericht kommt bestimmt, versprochen, doch gestern habe ich mich selbst übertroffen - und das muss schließlich brühwarm erzählt werden!
 
Ich habe euch ja mal von unserem tollen Fitnesscenter erzählt, richtig? Hallen für diverse Ballsportarten, Räume für Kurse, wie Yoga, Pilates oder DanceFit, eine Spielwiese für dei Männer zum Pumpen. Jede Menge Laufbänder, Crosstrainer und andere Geräte auf denen ich den einen oder anderen Kilometer heruntergerissen habe, als es mir draußen zu warm war. Oh, und eine Indoor-Laufbahn unter dem Dach. Drei Mal die Woche links herum, vier Mal die Woche rechts herum.

Habe ich etwas vergessen? 

Die Kletterwand.

Höhe und ich sind ja so eine Sache. Also keine Gute. Ich erinnere mich noch immer mit Freude an meinem letzten Besuch in einem Pseudo-Klettergarten, bei dem ich bestimmt eine halbe Stunde an einen Baumstamm gekuschelt stand und am liebsten gestorben wäre. Daniel sicher auch, der musste mich nämlich ertragen.

Wie das nun aber so mit dem Ego ist, habe ich mir vorgenommen wenigstens ein Mal klettern zu gehen. Die Kletterwand ragt vom Keller aus drei Stockwerke hoch und von den verschiedenen Stockwerken kann man immer mal wieder darauf schauen.
Ali klettert ein bisschen öfter, als ich und nachdem wir es die letzten Wochen nie geschafft hatten, war es gestern Abend soweit.

Nach einer kurzen Einführung in Kommandos, Gurtzeug und Sicherheitsbestimmungen hieß es "climb on!", mein Zeichen zum Aufbruch. Diese elenden Kommandos habe ich mir einfach nicht merken können, ich war viel zu aufgeregt. Naja, Augen zu und durch - ab nach oben.


Ich muss sagen, ich fand mich schnell! Das würde jemand anders wohl nicht so sehen, aber immerhin habe ich es beim ersten Mal schon die halbe Wand hoch geschafft! Hier verließ mich dann nun doch der Mut. Runtergelassen zu werden, war nicht ganz so schlimm, wie erwartet, aber ich war schon ziemlich froh, dass Ali da unten das Seil in der Hand hatte... Unten angekommen war ich fix und alle. Ali und ich haben meinen Erfolg mit paar Schnappschüssen gefeiert. Natürlich war ich vollkommen ruhig - nicht. Überall zitternd stand ich da und konnte noch gar nicht fassen, dass ich es tatsächlich so weit geschafft hatte. Für jemanden mit einer Höhenangst wie ich, der sich kaum einen halben Meter dicht an eine Kaimauer stellen kann, ich das schon etwas . Finde ich zumindest :-)




Beim Klettern haben wir uns abgewechselt und schließlich packte mich bei zweiten Mal der Ehrgeiz. Naja, ich wollte unbedingt ein Foto, aber Ali hatte gesagt, dass sie nur eines machen würde, wenn ich mindestens dreiviertel der Wand hochgeklettert wäre. Leider meinte sie das auch tatsächlich ernst. Das mit dem Ehrgeiz ist ja so eine Sache und mittlerweile hatte ich auch ein bisschen Spaß dabei. So bin ich dann schon beim zweiten Versuch bis ganz nach oben gekommen.


Stolz wie Oskar ist gar kein Ausdruck! 
Ich bin super froh, dass ich es ausprobiert habe, wieder etwas von meiner Liste streichen konnte und ich sogar Spaß dabei hatte. Das war eigentlich das, womit ich am wenigsten gerechnet hatte.
Und mal sehen, vielleicht ergibt sich ja noch einmal die Chance klettern zu gehen - in meinen letzten 16 Tagen an der University of Souther Indiana!

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