Mitten in der Nacht (also um acht) haben wir uns getroffen und auf unsere Mietautos aufgeteilt. Die hatten Andrea und Michael schon am Vortag bekommen, was aber auch nicht so glatt lief. Zwischendurch sah es sogar so aus, als ob unser Trip ins Wasser fallen würde, weil die Autovermietung bei der Reservierung durcheinander gekommen war. Typisch Amis.
Es war noch mitten in der Nacht und - pardon - schweine kalt. Aber richtig... Zum Glück hatten wir uns alle warm eingepackt, aber ich machte mir schon so meine Gedanken: es war unfassbar kalt, ich kränkelte mal wieder ein bisschen und dann ab in die Höhlen? Das konnte ja was werden!
Unsere Autofahrt war ganz lustig. Andrea, Lisa und ich waren in einem Auto, Michael, Kristin und Charly im anderen. Mal nur unter Deutschen zu sein war auch mal wieder schön.
Die Fahrt dauerte knapp drei Stunden und nach zwei Stunden kam es, wie es kommen musste: der Tank war leer. Weit und breit keine Tankstelle in Sicht, wie es immer so ist, wenn man eine braucht. Nach einer halben Stunde mit blinkender Reserveleuchte sind wir dann langsam doch etwas unruhig geworden.
Hallo?! Zivilisation??
Fehlanzeige. Rechts Bäume, links Bäume aber weit und breit kein Mensch zu sehen - und schon gar keine Tankstelle.
Mittlerweile zeigte die Anzeige nicht einmal mehr an, wie viele Meilen wir es noch schaffen würden. Wir beschlossen bei den nächsten Häusern anzuhalten und nach einer Tanke zu fragen, mit irgendwas müssen die Amis ihre dicken Karren schließlich betanken und Bio ist es ganz sicher nicht.
Nachdem wir uns erkundigt hatte, fanden wir tatsächlich nach einer Meile eine Tankstelle. Beruhigt ging es wieder zurück auf unsere Route und man glaubt es kaum: eine Tankstelle jagte die nächste.
Im National Park angekommen haben wir es uns erst einmal im Besucherzentrum gemütlich gemacht. Unsere erste Tour sollte um zwei starten, die nächste um drei Uhr.
Ranger Rose empfing uns dann auch schon pünktlich um uns auf der Historischen Führung zu Begleiten. Diese führt durch den alten Teil des Höhlensystems, das mit insgesamt mehr als 400 Meilen das längste Höhlensystem der Welt ist. Allerdings gilt dabei alles als Höle, wo ein Mensch hindurch passt und die Forscher finden wohl recht kleine Menschen. Ein Teil der Höhle kann also auch durchaus ein besserer Spalt sein. In den Höhlen war es zum Glück nicht so kalt, wie draußen, sonst wären die zweieinhalb Stundne Führung bestimmt kein Spaß gewesen.
| Hinab ins Dunkel... |
| ...und schließlich hinauf in die Kälte. |
Damit wir am Ende keine Fledermauskrankheit übertragen, mussten wir alle über Desinfektionsmatten laufen und jeder, der in den vergangengen Jahren eine Höhle besucht hatte, musste das bereits vor Beginn der Tour machen.
Auf zur nächsten Tour!
Zu unserer zweiten Tour mussten wir ein Stück mit dem Bus fahren. Ranger Rose war auch dieses Mal Anführerin unserer Gruppe und hat sich gefreut uns auch dieses Mal dabei zu haben. Während wir in der ersten Höhle keine gesehen hatten, gab es in dieser viele Stalaktiten, Stalagniten und Säulen. Das lag daran, dass hier die Gesteinsschichten anders waren (jetzt fühle ich mich aber klug :-) ).
Die Tour hieß "Frozen Niagara" und nachdem wir in einer Haupthöhle angelangt waren, sahen wir auch bald, warum:
Das Gestein war wie ein riesiger Wasserfall geformt, der sich in die Höhle ergießt.
| Der Wasserfall |
Tatsächlich kann ein so großes Höhlensystem über die Jahrtausende bereits durch ein sehr kleines Rinnsal an Wasser geformt werden. So, wie dieses:
Auf dem Rückweg zum Besucherzentrum hatte die Dämmerung bereits eingesetzt und am Parkplatz angekommen, waren dort bereits um dei zwanzig Hirsche!
Bei der Rückfahrt durch den National Parc mussten unsere Fahrer Andrea und Michael sehr vorsichtig sein, denn immer wieder sahen wir Hirsche direkt an der Straße oder gerade aus den Bäumen treten.
Zum Glück verlief die Rückfahrt einigermaßen ereignislos. In Evansville angekommen sind wir dann noch alle sehr lecker indisch essen gegangen. Auch wenn ich mein Essen mit der schärfe Stufe 2 "normal" bestellt hatte, war es doch ganz schön scharf. Jedenfalls nach meinem Empfinden (nicht lachen!). Scharfes Essen ist wohl einfach nicht meines ;-)
Jetzt haben wir schon Dezember und ich konnte mit meinem Adventskalender beginnen. Noch 17 Tage hier in den USA, dann geht es wieder zurück. Unfassbar, wie schnell die Zeit doch vergangen ist, aber trotzdem freue ich mich auch schon wieder zurück nach Hause zu kommen.
Beim nächsten Mal gibt es mehr über meine Erlebnisse in Chicago. Da war ich nämlich gerade am Wochenende :-) Ihr seht, es bleibt weiterhin aufregend und neu und bunt, denn bis ich hier meine Zelte abbreche stehen noch meine Final Exams, Präsentationen und Paper auf dem Zettel, aber auch schöne Sachen wie der ein oder andere Ausflug!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen