Donnerstag, 19. Dezember 2013

Abschied

In weniger als 24 Stunden komme ich schon in Hamburg am Flughafen an. Ich kann kaum glauben, dass die Zeit so schnell vergangen ist.

Es gab so viele positive Dinge an meinem Aufenthalt. Ich habe viele wundervolle und liebe neue Menschen kennen gelernt, die ich nicht missen möchte und mit denen ich hoffentlich noch lange in Kontakt bleiben werde. Ich habe unzählige neue Orte besucht, wie die Mammut-Höhlen in Kentucky, Nashville in Tennessee oder Chicago. Und eine völlig andere Lebensart kennen gelernt. Hierher zu kommen hieß sich von allem "normalen" zu verabschieden und die selbstverständlichsten Dinge wie Amerikaner zu machen. So läuft man hier nicht einfach zu Fuß durch die Straßen (wenn überhaupt in Großstädten), man beginnt sich für alles und jeden zu entschuldigen, auch wenn gar nichts passiert ist und beginnt die Dinge einfach anders zu tun.

Trotz aller Anpassung habe ich oft genug gehört, dass Dinge die ich tue oder sage deutsch seien und meinen verräterischen Akzent bin ich auch nicht losgeworden. Aber so zu sein ist ja vielleicht auch nicht schlimm.

Ich freue mich schon auf zu Hause, auf meine Familie, Freunde und auf einen normalen Supermarkt. Komische Aufzählung, aber sie geht weiter: ich freue mich auf Busse und U-Bahnen, auf Aufschnitt und Käse, endlich wieder guten Kaffee und darauf, dass mir in einem Lokal nicht mehr die Rechnung schon unter die Nase gehalten wird, wenn ich noch am letzten Bissen kaue. Ich freue mich auf leckere Schokolade, Hamburger Clubs, in denen auch nach 3 Uhr morgens noch gefeiert wird, gute Schuhe und darauf, dass alles einfach weniger süß ist und mehr Geschmack hat. 

Weniger als 24 Stunden und ich bin zu Hause. Danke an alle, die dieses Auslandssemester unvergesslich gemacht haben, die mir geschrieben haben, mit mir geskyped haben oder sich hier mit mir auf Trips begeben haben. Danke für Stunden bei Starbucks, beim Sport und in der Bibliothek, für Loft Besuche und für gemütliche Abende. Ich denke an euch und freue mich schon auf unser wiedersehen (das ist übrigens gerade typisch amerikanisch :-D).

 
Heute früh um vier Uhr haben wir bereits den ersten Schwung Deutsche verabschiedet, die nach Miami geflogen sind. Charlie und Michael haben wir um sieben Uhr auf Wiedersehen gesagt. Mein Flug geht in acht Stunden. Die Zeit bis dahin verbringe ich mit Ali und auch Andrea, denn die bleibt noch ein weiteres Semester.

Neben meinen vielen neuen Freunden gibt es noch etwas, dass ich sehr vermissen werde und das ist diesen Blog zu schreiben. Also mache ich einfach weiter! Es gibt immer so viel neues, buntes, aufregendes, lautes, großartiges in meiner Welt, dass ich euch gerne weiter davon berichten will. Wenn es euch gefallen hat und ihr gerne weiter von mir lesen wollt, dann schaut mal wieder rein!


Von Santa Claus, Indiana, nach St. Louis

"Hey, habt ihr Lust nach Santa Claus zu fahren?" Was antwortet man auf so eine Frage? "Nee du, dass heißt zu!"? Nicht in Indiana, da fährt man nämlich nach Santa Claus um sich amerikanische Weihnachtsbeleuchtung anzugucken. Das ganze Spektakel findet in einer Gemeinde in Santa Claus statt und im Prinzip folgt man mit dem Auto einfach den Pfeilen, die an Kreuzungen den Weg weisen, und wird so durch den Ortsteil geführt. Einige Straßenzüge waren sogar passend zu einem Thema dekoriert, zum Beispiel zum Film "Der Grinch". 



Tatsächlich hätte ich mir insgesamt ein wenig mehr erhofft, aber es gab auch einige richtig abgefahrene Sachen: an einer Stelle hatten die Anwohner eine riesige Leinwand aufgestellt und forderten die Autofahrer auf, das Radio auf eine bestimmte Frequenz zu stellen. Dort konnte man den Ton zum Film "Polar-Express" hören. Für $ 5 boten sie einem dann auch noch einen Parkplatz in ihrem Vorgarten an. 

An einer anderen Stelle sollten wir wieder das Radio einschalten und ein paar Meter weiter gab es dann ein Haus, dessen Beleuchtung sich der Musik anpasste. Es war schon ziemlich abgefahren und das Haus schien beinahe zu tanzen! 

Nachdem wir unsere Tour beendet hatten, fuhren wir zu einem Weihnachts-Geschäft. 


Die Amerikaner stehen ja auf Dekoration und so konnte man hier Cupcakes, High Heels, Baseball-Schläger und Werkzeug als Christbaumanhänger kaufen. Auch die berühmte Weihnachtsgurke durfte nicht fehlen. 
Tatsächlich hängen einige Amerikaner hier einen Gurken Anhänger (mehr eine Art Cornichon) in den Baum, weil wir das so machen. Also wir Deutschen meine ich. Habt ihr das schon einmal gehört? Ich nicht. Völlig bekloppt! 
Der Sinn dahinter soll sein, dass die Kinder am Abend nach der Gurke suchen dürfen und wer sie als erstes findet bekommt ein extra Geschenk. Dieses Kind gilt dann als besonders aufmerksam. Ich war tatsächlich beinahe versucht eine Weihnachtsgurke zu kaufen... 


Zurück in Evanville waren wir kurz essen und sind dann irgendwie bei Alis Eltern hängen geblieben. Da kann man aber auch einfach nichts machen... Sandy hatte gebacken und unter anderem gab es auch eine Art Kokos-Gipfel. Außen Schokolade, innen eine Kokosmasse, wie im Bounty, nur besser. Ein Traum! 

Da ich dieses Rezept leider noch nicht habe, hier ein weiterer Schatz amerikanischer Backkunst: Chocolate Chip Cookies



225 g Butter
150 g Zucker
150 g brauner Zucker
1 Pk. Vanille-Zucker
2 Eier
280 g Mehl
2 gestrichene Tl Backpulver 
1/2 Tl Salz
200 g Schokoladen-Drops oder gehackte Schokolade
125 g gemahlene Nüsse (optional, Mandeln, Haselnüsse, etc.)

Butter und Zucker Schaumig rühren. Eier hinzugeben. Mehl und Backpulver mischen, mit dem Salz und , falls gewünscht gemahlenen Nüssen nach und nach hinzugeben. Zum Schluss die Schokoladenstücke hinzugeben. 
Nun Kleckse mit ca. 5 cm Durchmesser auf einem Backblech verteilen. Bei 190°C (Umluft 170°C) für 8-10 Minuten goldbraun backen.

Wie bei allen amerikanischen Rezepten würde ich wesentlich weniger Zucker und Butter nehmen. Um das "amerikanische feeling" zu haben muss man sie einmal im Original gegessen haben, aber grundsätzlich gehören Cookies doch zu der Sorte Süßigkeit, bei der man nicht wissen will, was drin ist. Dank an Hershey's für das Rezept.


Montag haben Ali und ich unseren vorerst letzten Trip unternommen. Auf nach St. Louis. Wir waren auf dem "Arch", dem Tor zum Westen, und haben sonst nicht viel gemacht. Das war aber auch nicht der Sinn unseres Ausfluges und somit machten wir den bislang entspanntesten unserer Trips, der mir aber besonders gut gefallen hat. 








Wie die Zeit rennt. Es unglaublich, aber morgen fliege ich schon zurück nach Hause. Aus der letzten Woche habe ich auf jeden Fall alles herausgeholt. Abschiedsessen mit meiner deutschen Truppe, Abschied von einigen Internationalen heute mittag und Reste-und-zweites-Abschiedsessen heute abend – die Liste der Abschiede hört gar nicht auf.

Dienstag, 17. Dezember 2013

Geburtstag, Abschlussklausuren und Graduation

Letzte Woche hatte ich Geburtstag. Der lag tatsächlich etwas ungünstig, nicht weil es Mittwoch war oder weil wir an diesem Tag frei hatten, es war der Tag bevor die Abschlussklausuren begannen. 

Um Mitternacht habe ich mir Katja hier angestoßen und morgens früh führte mein erster Weg mich in die Bibliothek. Mit meiner Gruppe für den Krisenplan lief es mittlerweile mehr als mäßig. Nichts war fertig: am Donnerstag sollte ein Plan vorgestellt werden, der nicht existierte, mit einer Präsentation, die noch nicht gebaut war. Super. 
Das ist ja einfach mal gar nicht so meine Art zu arbeiten. Ich habe zwar verstanden, dass wir alle in der Woche vor den Klausuren extrem viel zu tun hatten, hatte aber erwartet, dass wir uns dementsprechend auf den letzten Metern dann auch reinhängen würden. Aber nein - mein eines Gruppenmitglied ging lieber jagen, die andere beschimpfte ihren Freund als unfähig und suchte online nach Dingen, die er ihr schenken konnte. Und ich? Ich habe den Plan geschrieben. Tatsächlich hätte ich das gute Stück auch einfach nur unter meinem Namen abgeben können. 
Um ein Uhr bin ich gegangen, weil ich meinen Geburtstag wenigstens ein bisschen feiern wollte. Bei Starbucks habe ich dann mit meiner Familie geskyped und wir konnten sogar von drei Orten (Evansville – Hamburg – Rostock) miteinander skypen! Nun wurde der Tag schon viiieeel besser! Zurück in meiner Wohnung die nächste die erste Überraschung: ich kam zurück und was liegt auf meinem Schreibtisch? Ein Strauß roter Rosen – von Daniel! eine sehr gelungene Überraschung und ich hab mich noch mehr gefreut, als ich gehört habe, dass er sich dafür sogar mit Ali verbündet hat!

Nun habe ich die Präsentation meiner Kampagne geübt, Apple Crumble gebacken und alles ein bisschen wohnlich gemacht. Die anderen Deutschen sind vorbeigekommen und es gab ein wahres Kuchen-Festmahl! 

Abends haben wir dann noch noch jede Menge Pizza bestellt – es war großartig! 


Von Kristin, Elvira, Andrea, Charly, Ali, Lisa, Katja, Urs und Patrick habe ich auch noch ein sehr tolles Geschenk bekommen: ein kleines Fotoalbum, in das jeder mir einen kleinen Text hineingeschrieben hat. Das hat diesen Tag tatsächlich unvergesslich gemacht und ich hätte mich kaum mehr über etwas anderes freuen können. An dieser Stelle noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön, meine Lieben, für euer tolles Geschenk und dafür, dass ihr den Tag mit mir verbracht habt! 
Und ein Dankeschön an Patrick, für das Monster-Geschenk, das er eben mal vorbeigebracht hat ;-)
 
Die Osna-Clique – fast komplett und ergänzt durch Ali.

Nun die nächste Überraschung: ich hatte ein Paket bekommen. An der Paketstelle ging gleich das Raunen los, als sie das Pakt holten. 1-800 FLOWER stand riesengroß darauf. Nachdem ich den Kampf gegen die Verpackung gewonnen hatte sah ich ein weiteres Geschenk: einen Strauß bunter Rosen von meiner Familie! Vielen Dank euch!

Und auch noch einmal Danke für all die lieben Glückwünsche, ob per Post, Email, Facebook oder WhatsApp. Fühlt euch alle gedrückt!


Abends stellte ich fest, dass meine Krisenkommunikations-Gruppe mir nicht, wie vereinbart antwortete. Mich machte das langsam unruhig, weil ich die Präsentation noch nicht hatte anfangen können. Wie denn auch, wenn der Plan noch nicht steht?
Es endetet, wie es enden musste: sie hatten nichts getan. Und so saß ich Donnerstag morgen um 5.30 Uhr da, schrieb den Plan zu Ende, baute eine Präsentation und machte mich auf, um den Plan um 9 Uhr zu präsentieren. Lief auch soweit glatt, auch wenn ich mich dem Ergebnis mehr als unzufrieden war. Tatsächlich muss ich meine Gruppenmitglieder evaluieren, da mache ich mir aber noch Gedanken. Während die anderen präsentierten fing ich nun an für meine zweite Klausur um 12 Uhr zu lernen. Die war zum Glück recht einfach und ich hatte mir kurz zuvor tatsächlich genau die richtigen Stellen im Buch angesehen. Schnell in die Mensa, kurz durchatmen – um 15.20 Uhr die Präsentation meiner Kampagne. Um 15.30 Uhr war ich fertig – vor allem mit den Nerven. 
Donnerstag abend haben wir einfach nur gechillt und den Rest des dritten Teils von Sissi geguckt. 
Freitag morgen ging es wieder ans lernen, um 15 Uhr stand die letzte Klausur an. Es lief soweit recht gut und Elvira und ich waren fertig! Ein großartiges Gefühl! Abends ging es zu einem Abschiedessen des iClubs, das aber nicht so berauschend war.
Dafür sind wir aber am Samstag zur Graduation, der Abschlussfeier, gegangen. Sie ist schon recht eindrucksvoll, alle tragen schwarze Roben und die Halle war festlich geschmückt. 



Typisch amerikanisch hatte es fast schon Show-Charakter. Trotzdem aber schön gemacht und mit Sicherheit schöner, als bei uns.

Nur noch so wenige Tage und so viel zu tun! Tatsächlich steige ich schon übermorgen in den Flieger, in drei Tagen bin ich wieder zu Hause. Natürlich berichte ich auch von meinen letzten Erlebnissen hier in Evansville.
Morgen gibt es zum Beispiel schon neues von meinem letzten Tagestrip hier in Amerika. Wohin es ging? Das lest ihr morgen!