Sonntag, 1. September 2013

Vom willkommen sein und ersten Hindernissen

Der Rest der Welcome-Week war gespickt einer Menge an weiteren Programmpunkten. Wir sind zum Beispiel ins Einkaufszentrum gefahren und haben eine Tour durch Evansville und New Harmony gemacht. Evansville ist wohl ungefähr so groß, wie Osnabrück, nimmt aber wesentlich mehr Fläche ein. Hier ist alles etwas weiter auseinander und es wird weniger in die Höhe gebaut, als zu Hause. Die Stadt liegt direkt am Ohio-River. An Hamburg, die schönste Stadt der Welt, kommt Evansville lange nicht heran (aber welche Stadt kann das schon, außer vielleicht San Francisco?!). Die Tour nach New Harmony war auch sehr unterhaltsam: eine hochmotivierte Frau um die 40 erzählte uns voller Begeisterung von den großartigen historischen Ereignissen, die in New Harmony stattgefunden haben - vor 150 Jahren. 
Uns Europäern hat das eindrucksvoll demonstriert, wie unterschiedlich unsere Auffassungen von "historisch" sind und die Frau war leicht am verzweifeln, während sie versuchte uns etwas Begeisterung zu entlocken. 

Sonntag vor einer Woche, waren wir bei der Kevin Hurley Show, einem Hypnotiseur. Unfassbar, wie die Leute abgegangen sind! Als es darum ging freiwillige zu finden, hielt es die Leute kaum auf ihren Sitzen und so fanden sich mehr als 20 Studenten, die bereit waren sich hypnotisieren zu lassen. Ich glaube ja nicht, dass es dabei mit rechten Dingen zugeht, aber das ist eine andere Sache. Die Show war sehr eindrucksvoll und mit viel brimborium aufgezogen. Der Hypnotiseur ließ Studenten ihre Nachnamen vergessen, sie tanzen, sich in Mikrofonständer verlieben (und eindeutige (!) Dinge mit ihnen tun) und nach Berührungen schlichtweg zusammenbrechen. Als dann allerdings ein männlicher Student ein Zwillinge zur Welt brachte, wurde es doch etwas merkwürdig. Sein größter Wunsch für seine Kinder war übrigens, dass beide professionelle Baseball-Spieler werden.

Letzen Montag begannen schließlich die Vorlesungen. Die Kurse hatten wir bereits in der Woche zuvor ausgesucht und hatten einen Termin mit den Verantwortlichen des Departments gehabt. Da ich hier ja nur für ein Semester studiere, musste überprüft werden, ob ich die Voraussetzungen für die Kurse erfülle. Am Ende lief es auf ein Gespräch von fünf Minuten hinaus. Die einzige Frage, die ich beantworten durfte war: "Was willst Du belegen?" und peng. Montag ging es nun also los.

Es war eine Katastrophe.

Ich hatte einen Kurs, Einführung ins Marketing, belegt und diese Professorin hatte nichts von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft an sich, von der mir zuvor bei den Profs berichtet worden war. Nach dem überaus freundlichen Hinweis, wir sollten keine dämlichen Fragen stellen, wenn wir die Antwort auch im Internet finden könnten, wir sollten gefälligst nicht ihre Zeit verschwenden und wenn sie "Nein" sage, dann meine sie das auch, hatte ich das Bedürfnis zu wegzulaufen. Die Tür war vielleicht fünfzehn Meter entfernt, doch ich bin mir sicher, dass sie mich auf dem Weg dorthin niedergestreckt hätte! Lingener Studierende können sich einen vergleichbaren Prof vorstellen, aber diese Frau toppte sogar das noch. 
Die ganze Woche lief leider nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Kurse hatten wir aufgrund von knapp dreizeiligen Beschreibungen heraussuchen müssen und es stellte sich bei mir heraus, dass eigentlich kein Kurs auch nur ansatzweise etwas mit der Beschreibung zu tun hatte. Also war ich nur am hin- und hermailen mit meiner Dekanin aus Lingen, um herauszufinden, welche Kurse sie mir hier alternativ noch anerkennen würde. Durch die verdammte Zeitverschiebung konnte ich dann meist bis zum nächsten Tag auf eine Antwort warten und die Stimmung war am Boden. Auch als ich endlich das go aus Deutschland hatte, nahm der Ärger kein Ende, denn die Kurse waren hier bereits alle voll. 
Erst Freitag klärte sich alles und mir ist ein mittelgroßer Berg vom Herzen gefallen (Freitag wäre auch der letzte Tag gewesen, an dem man Kurse noch wechseln konnte). 
Meine Lieblingsprofessorin bin ich losgeworden belege in diesem Semester nun Crisis Communication, Public Relations Campaign, Writing in Public Relations und Intro to Advertising. Damit bin ich sehr zufrieden und ich habe auch einen Kurs, den ich mit Katja (meiner Zimmergenossin) und Elvira (studiert auch in Lingen) zusammen belege.

Uuuund: ich habe freitags frei! ;-)

 

1 Kommentar:

  1. Liebe Katha,
    es ist sehr spannend, von deiner Zeit zu lesen. Und du schreibst so schön ausgeschmückt und ausführlich. Das bringt Spaß zu lesen. :-)
    Ich hoffe, es geht dir weiterhin gut und bin gespannt, was du noch zu berichten hast.
    Liebe Grüße, Eva

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