Sonntag, 29. September 2013

Meine Kampagne steht - fast

Huhu! 
Ich habe mich lange nicht mehr gemeldet, aber nun geht es wieder los!
Und es gibt großartige Neuigkeiten:

Ich weiß gar nicht, ob ich davon berichtet habe, aber in einem meiner Kurse geht es um PR-Kampagnen. Jeder musste sich einen eigenen "Klienten" suchen und dann für diesen eine Kampagne planen, umsetzen und evaluieren. 
Puh. Nach dem ersten Unterricht war ich einigermaßen geschockt. Wo sollte ich nur eine Firma finden? Wie sollte ich da überhaupt hinkommen? Ich habe hier ja kein Auto und die öffentlichen Nahverkehrsmittel können es fast mit Lingen aufnehmen (nur, dass der Bus theoretisch öfter fährt, wenn er denn kommt). Abgesehen davon fährt man in Amerika auch nicht Bus, zumindest nicht in Kleinstädten. Nachdem ich in einem ersten Anflug von Panik schon versucht hatte den Kurs zu wechseln, brachte mich Elvira (studiert auch in Lingen) auf die Idee mal beim internationalen Büro nachzufragen.
Und - tadaaaaa  mein Klient ist nun also das Office of International Programs and Services, kurz IPS.
In meiner Kampagne geht es nun also darum die Studierenden der USI für die Möglichkeiten ins Ausland zu gehen zu sensibilisieren. In den letzten Wochen habe ich viel recherchiert und dann am Freitag schließlich Andrea, der Koordinatorin für Auslandssemester und ähnliches, mein Konzept vorgestellt. Ich hatte dann doch ziemlich Zweifel, umso überraschter/glücklicher/begeisterter war ich, als sie meine Ideen einfach großartig fand.
Uuuund: mein Budget steht! Ich bekomme tatsächlich die Mittel für alle meine Maßnahmen zur Verfügung gestellt. Im ersten Moment war ich sprachlos (und das kommt ja bei mir relativ selten vor).
Nun gilt es nur noch meinen Prof von meinem Plan zu überzeugen.

Wo wir schon bei großartigen Neuigkeiten sind: wisst ihr was? Daniel kommt heute!! Ich freue mich unheimlich und tatsächlich steht er gleich schon vor der Tür! Natürlich musste ich ein bisschen in Kitsch ergehen, aber das muss ja auch mal sein ;-) Wir hatten nämlich vor kurzem 4 1/2 jähriges!

Nun ist Schluss, jetzt ist er nämlich da! 

Sonntag, 15. September 2013

Update

Die Tür ist mittlerweile wieder offen und ich kann euch versichern, dass ich hier sehr sicher bin: Public safety hat nur sieben Minuten bis hierher gebraucht - und ich habe die nicht-Notfall-Nummer gewählt ;-)


Samstag, 14. September 2013

Vom College- und Studentenleben

College - wie soll ich euch das bloß beschreiben?! Am einfachsten ist folgendes: 

stellt euch die schlechtesten College-Filme auf der Ebene von "American Pie" vor und ihr könnt ungefähr ahnen, was man hier alles erlebt. 

Von der Uni-Seite her ist es unfassbar viel Arbeit... In jedem Kurs gibt es Hausaufgaben, dazu finden alle Kurse auch noch zwei Mal die Woche statt. Neben den Hausaufgaben wird auch noch vorausgesetzt, dass man sich selbständig vorbereitet, heißt: Bücher wälzen.

Mit den Büchern ist es hier auch so eine Sache. Man geht nicht einfach in die Bibliothek und leiht sich aus, was man braucht - nein - man kauft für jeden Kurs mindestens ein, wenn nicht zwei Bücher. Die Bücher sind teilweise richtige Schinken und zum Schnäpchenpreis von zwischen 100 und 250$ pro Buch darf man zu Beginn des Semesters shoppen gehen. Glücklicherweise kann man die meisten Bücher leihen. Hier im Bookstore zahlt man dann, je nach Buch, zwischen einem drittel und der Hälfte des Preises dafür, dass man es am Ende zurückgeben muss. Eine andere Variante ist chegg, ein Online-Service zum Verleih von College-Büchern. Das Advertising-Buch teile ich mir zum Beispiel auch mit Elvira und Katja, da wir den gleichen Kurs belegen. So bin ich am Ende dann mit knapp 150$ statt 750$ davon gekommen.




Die Bücher sind eigentlich nicht mit unseren zu vergleichen. Unsere sind wesentlich sachlicher und enthalten das wesentliche und wichtige. Die Bücher hier sind hingegen eher wie Anleitungen geschrieben. Mein Lieblingssatz aus meinem Krisen-Buch besagt ungefähr folgendes: "Passen Sie auf, dass Sie nichts illegales tun, denn dann werden Sie gefeuert und müssen Ihren Anwalt selbst bezahlen. Das kann Sie viel Geld kosten." 
Die Bücher sind zwar sehr praxisbezogen und enthalten auch immer die neusten Beispiele aus der "wirklichen Welt", aber mir fällt es teilweise doch schwer mit diesem Stil umzugehen. Wo wir nur Wert auf die Fakten legen würden, wird hier einfach auch auf Kleinigkeiten aus Praxisbeispielen wert gelegt, die in meiner Wahrnehmung einfach nicht relevant sind. 

Eine coole Sache hier am Campus ist das Kino. Hier gibt es etwas ähnliches, wie den studentischen Filmclub in Lingen, nur das dies hier noch ein bisschen größer aufgezogen ist (versteht das nicht falsch!). Jeden Donnerstag werden "angesagte" Filme in einem Hörsaal in Kino-Qualität gezeigt. Es gibt kostenloses Popcorn (hier isst man salziges) und - je nach Sponsor - Snacks und Softdrinks. 


Gesponsert werden die Filme meist von Clubs der Universität oder Studentenverbindungen. Letzte Woche habe ich "Now you can see me" (deutscher Titel ist glaube ich "Die Unfassbaren") gesehen. Den müsst ihr sehen! Ich meine, dass er bald in Deutschland rauskommen müsste - also ab ins Kino ;-) Diese Woche habe ich "The Great Gatsby" gesehen (ich fand ihn überraschend gut) und nächste Woche wird Ironman 3 gezeigt.

Am Wochenende wird viel gefeiert, wir gehen in Clubs (die ihre Bezeichnung nicht verdienen, wenn man einmal in Hamburg feiern war) oder, wie gestern in Sushi essen (und danach feiern). Oh, ich liebe Sushi :-) Leider hatten Ronia und ich es nicht mehr geschafft, als wir in Hamburg waren, aber das holen wir nach, wenn ich zurück bin!


 Meist nutzen wir auch das Wochenende für unsere Einkaufstrips. Ohne Auto ist es unmöglich auch nur zu Walmart zu kommen, aber bis jetzt haben wir immer jemanden gefunden, der uns fährt. Natürlich artet das Unternehmen dann in einen Großeinkauf aus, aber hier muss man sich um die Haltbarkeit der Produkte keine gedanken machen. Genauer möchte ich da aber auch bitte nicht nachdenken...



So, nun muss ich mich um ein kleines technisches Problem kümmern... Die Tür zum Bad geht nicht mehr auf (da ist niemand drin!!!). Ist irgendwie merkwürdig - aber ins Bad zu können wäre schon schön...

Sonntag, 1. September 2013

Vom willkommen sein und ersten Hindernissen

Der Rest der Welcome-Week war gespickt einer Menge an weiteren Programmpunkten. Wir sind zum Beispiel ins Einkaufszentrum gefahren und haben eine Tour durch Evansville und New Harmony gemacht. Evansville ist wohl ungefähr so groß, wie Osnabrück, nimmt aber wesentlich mehr Fläche ein. Hier ist alles etwas weiter auseinander und es wird weniger in die Höhe gebaut, als zu Hause. Die Stadt liegt direkt am Ohio-River. An Hamburg, die schönste Stadt der Welt, kommt Evansville lange nicht heran (aber welche Stadt kann das schon, außer vielleicht San Francisco?!). Die Tour nach New Harmony war auch sehr unterhaltsam: eine hochmotivierte Frau um die 40 erzählte uns voller Begeisterung von den großartigen historischen Ereignissen, die in New Harmony stattgefunden haben - vor 150 Jahren. 
Uns Europäern hat das eindrucksvoll demonstriert, wie unterschiedlich unsere Auffassungen von "historisch" sind und die Frau war leicht am verzweifeln, während sie versuchte uns etwas Begeisterung zu entlocken. 

Sonntag vor einer Woche, waren wir bei der Kevin Hurley Show, einem Hypnotiseur. Unfassbar, wie die Leute abgegangen sind! Als es darum ging freiwillige zu finden, hielt es die Leute kaum auf ihren Sitzen und so fanden sich mehr als 20 Studenten, die bereit waren sich hypnotisieren zu lassen. Ich glaube ja nicht, dass es dabei mit rechten Dingen zugeht, aber das ist eine andere Sache. Die Show war sehr eindrucksvoll und mit viel brimborium aufgezogen. Der Hypnotiseur ließ Studenten ihre Nachnamen vergessen, sie tanzen, sich in Mikrofonständer verlieben (und eindeutige (!) Dinge mit ihnen tun) und nach Berührungen schlichtweg zusammenbrechen. Als dann allerdings ein männlicher Student ein Zwillinge zur Welt brachte, wurde es doch etwas merkwürdig. Sein größter Wunsch für seine Kinder war übrigens, dass beide professionelle Baseball-Spieler werden.

Letzen Montag begannen schließlich die Vorlesungen. Die Kurse hatten wir bereits in der Woche zuvor ausgesucht und hatten einen Termin mit den Verantwortlichen des Departments gehabt. Da ich hier ja nur für ein Semester studiere, musste überprüft werden, ob ich die Voraussetzungen für die Kurse erfülle. Am Ende lief es auf ein Gespräch von fünf Minuten hinaus. Die einzige Frage, die ich beantworten durfte war: "Was willst Du belegen?" und peng. Montag ging es nun also los.

Es war eine Katastrophe.

Ich hatte einen Kurs, Einführung ins Marketing, belegt und diese Professorin hatte nichts von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft an sich, von der mir zuvor bei den Profs berichtet worden war. Nach dem überaus freundlichen Hinweis, wir sollten keine dämlichen Fragen stellen, wenn wir die Antwort auch im Internet finden könnten, wir sollten gefälligst nicht ihre Zeit verschwenden und wenn sie "Nein" sage, dann meine sie das auch, hatte ich das Bedürfnis zu wegzulaufen. Die Tür war vielleicht fünfzehn Meter entfernt, doch ich bin mir sicher, dass sie mich auf dem Weg dorthin niedergestreckt hätte! Lingener Studierende können sich einen vergleichbaren Prof vorstellen, aber diese Frau toppte sogar das noch. 
Die ganze Woche lief leider nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Kurse hatten wir aufgrund von knapp dreizeiligen Beschreibungen heraussuchen müssen und es stellte sich bei mir heraus, dass eigentlich kein Kurs auch nur ansatzweise etwas mit der Beschreibung zu tun hatte. Also war ich nur am hin- und hermailen mit meiner Dekanin aus Lingen, um herauszufinden, welche Kurse sie mir hier alternativ noch anerkennen würde. Durch die verdammte Zeitverschiebung konnte ich dann meist bis zum nächsten Tag auf eine Antwort warten und die Stimmung war am Boden. Auch als ich endlich das go aus Deutschland hatte, nahm der Ärger kein Ende, denn die Kurse waren hier bereits alle voll. 
Erst Freitag klärte sich alles und mir ist ein mittelgroßer Berg vom Herzen gefallen (Freitag wäre auch der letzte Tag gewesen, an dem man Kurse noch wechseln konnte). 
Meine Lieblingsprofessorin bin ich losgeworden belege in diesem Semester nun Crisis Communication, Public Relations Campaign, Writing in Public Relations und Intro to Advertising. Damit bin ich sehr zufrieden und ich habe auch einen Kurs, den ich mit Katja (meiner Zimmergenossin) und Elvira (studiert auch in Lingen) zusammen belege.

Uuuund: ich habe freitags frei! ;-)